A.
Einleitung
I.
Woher kommt unser Fragen nach dem Sinn des Lebens?
Klein-Kinder stellen die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht. Dieses Fragen kommt erst mit einem bestimmten Altern. Tiere stellen sich diese Frage nicht. Tiere haben zwar, wenn Gefahr droht, Todesangst. Aber sie sind nicht in der Lage, über ihre Sterblichkeit nachzudenken.
„Aber es ist exakt diese Fähigkeit, aus der sich alle Fragen entwickeln, die unter dem Obergriff Sinn oder Sinnfrage über kurz oder lang jeden nachdenklichen Menschen beschäftigen.
Wenn unser Leben eines Tages endet: Was ist dann der Sinn dessen, dass wir überhaupt leben? Wozu leben wir dann? Nur um möglichst viel zu konsumieren? Nur um zu genießen? Nur um uns fortzupflanzen? Oder um das Funktionierens unseres Körpers und unserer Gesundheit so lang wie möglich auszudehnen? Es gehört zum reifen Menschen, dass er sich solche Fragen stellt.“ (Diesen Punkt leihe ich von Dr. Beate Weingardt)
2.
Wir werfen einen ersten Blick in die Bibel.
Das Wort Sinn kommt in der Bibel nicht vor; die Sinnfrage als Thema natürlich schon.
Die Bibel versteht unter Sinn unsere Berufung. Das entspricht der althochdeutschen Wurzel des Wortes Sinn. Das Wort ist verwandt mit dem Wort Sendung. Bei beiden Worten ging es ursprünglich um das Reisen, das Unterwegssein, das Gesandtsein.
Die Sinnfrage ist auch in der Bibel die Frage: Wozu sind wir auf diese Welt gesandt? Und: Wer hat uns gesandt?
Die Botschaft der Bibel lautet: Unser Leben ist kein Zufall. Wir haben unser Leben nicht von uns selbst, sondern von Gott. Wir sind mit unserem Leben beschenkt. Unser Leben ist nicht ziellos. Wir sind Gesandte! Wir haben eine Bestimmung. Wir haben Aufgaben. Wir haben Verheißungen.
B.
I.
Erkenntnisse aus der Sinn- und Glücksforschung
1.
Umfrage: Was ist der Sinn des Lebens?
In den USA wurde eine große Straßenumfrage durchgeführt. Die Frage lautete: Was ist der Sinn des Lebens? Klar: Die Antworten waren sehr vielfältig und unterschiedlich. Aber alle Antworten konnten in zwei Schubfächer, zwei Kategorien einsortiert werden.
Die eine Kategorie lautet: Es geht beim Sinn des Lebens um etwas, das größer ist als ich selber. Es geht um eine objektive Größe, einen bedeutenden Wert. Die Menschen wollen an etwas teilhaben, was größer ist als sie selbst, was sie übersteigt, so dass sie ein Teil von etwas Großem werden.
Die zweite Kategorie lautet: Menschen wollen etwas leben, wofür sie brennen, was sie mit Leidenschaft und Hingabe tun können. Menschen werden von etwas angezogen, das sie begeistert und fasziniert.
Das Ergebnis der Umfrage heißt: Wir empfinden unser Leben als sinnvoll, wenn beide Kategorien erfüllt sind. Wir brauchen eine subjektive Liebe zu einer Sache, die größer ist als wir selbst, bei der es sich lohnt, dass ich mich investiere und engagiere, für die es sich lohnt, eventuell Mühe und Kosten, ja Nachteile auf mich zu nehmen.
2.
Sinn ist die zentrale Motivation des Menschen
Der jüdische Psychiater Viktor Frankl (1905-1997), der drei Jahre in verschiedenen Konzentrationslagern verbringen musste, machte in dieser dunkelsten Zeit die Entdeckung, dass die Menschen die Gräuel der KZ-Zeit verkrafteten, die einen Sinn des Lebens gefunden hatten. Dieser Sinn gab den Menschen genügend Hoffnungs- und Widerstandskraft gegen alles Unrecht, alles Grauen und alles Leid.
Frankl wurde der Begründer der Logotherapie. Seine Grunderkenntnis lautet: Sinn ist die zentrale Motivation des Menschen. Der Mensch muss einen Grund finden, warum er auf der Welt ist.
Sinn ist dabei etwas, das von außen auf mich zu kommt, das mir geschenkt wird. Es ist nicht etwas, was ich machen kann.
Die Frage dabei ist nicht: Wie groß sind die Herausforderungen, mit denen ich zu kämpfen habe. Die Frage lautet: Ist der Sinn meines Lebens so groß und stark, dass ich es mit den Herausforderungen meines Lebens aufnehmen kann?
3.
Die hilfreiche Unterscheidung zwischen Sinn des Lebens und Sinn im Leben.
(1)
Es gibt die große Sinnfrage nach dem Sinn des Lebens. Und es gibt die kleine Sinnfrage nach dem Sinn im Leben.
a.
Die große Sinnfrage ist die Frage, ob ich etwas habe, das mir die Antwort gibt auf die Frage: Warum lebe ich? Wozu lebe ich?
Ein Beispiel für die große Sinnfrage, damit klar ist, was gemeint ist: Ein Mann löst leidenschaftlich von morgens bis abends Sudokos. Er gerät in eine Sinnkrise, als er sich eingestehen muss, dass Sudoko-Ausfüllen zu unbedeutend ist, dass Leben mehr sein muss.
b.
Die kleine Sinnfrage ist die Liebe zu meinem Leben, die Liebe zu Dingen und Menschen. Die Tätigkeiten meines Lebens erfüllen mich. Ich kann sie mit Überzeugung, Freude, Leidenschaft und Leidenskraft tun. Ich lebe mein Leben nicht als Pflichterfüllung. Ich lebe es nicht in einer grauen Langeweile und Leere.
Ein Beispiel für die kleine Sinnfrage, damit wir verstehen, was gemeint ist: Ein Mensch ist Christ. Er singt mit Überzeugung: „Alles soll ein Hinweis sein“ auf Gott. „Es geht nur um Dich, Jesus!“ Aber er muss sich eingestehen: Ich brenne dafür nicht mehr. Da ist keine Begeisterung. Die Mitarbeit in der Gemeinde – ich empfinde alles als grauer Pflicht. Es ist, wie es ist: Mir fehlt
etwas.
(2)
Dass diese Unterscheidung richtig ist, erkennen wir an zwei Beobachtungen:
Beobachtung 1: Menschen sind glücklich, wenn beides zusammenkommt. Ein Leben mit einem Sinn des Lebens und einem Sinn im Leben.
Beobachtung 2: Wir erkennen das nötige Zusammenkommen von Sinn des Lebens und Sinn im Leben an dem Unterschied zwischen einem schönen und guten Leben auf der einen, und einem erfüllten und sinnvollen Leben auf der anderen Seite.
Es gibt Menschen, die ein finanziell abgesichertes und gutes Leben (gestillte Grundbedürfnisse, viele Lebensmöglichkeiten, Zusammenseinkönnen mit den eigenen lieben Menschen…) führen dürfen, die sich aber leer und unglücklich fühlen, weil ihnen die Sinn-Dimension fehlt.
Umgekehrt kann es sein, dass ein Mensch ein sinnvolles Leben führt, ohne dass er ein gutes Leben leben kann.
Wir lernen durch diese Beobachtung, dass wir Menschen Wesen sind, die Langeweile nicht aushalten und leben können. Langeweile und Leere machen uns kaputt. Langeweile und Leere machen uns unglücklich. Langeweile und Leere generieren große Probleme. Ich nenne Suchtverhalten und Sucht-Nöte als ein Thema.
(4)
Ich möchte es persönlich von mir sagen:
Der Sinn des Lebens liegt für mich in Gott, in meinem Leben mit und für ihn. Ich weiß mich von ihm gewollt. Mein Leben ist ein Projekt. Es geht für mich darum, dass ich mich von Gott lieben lasse. Es geht für mich darum, das zu leben, was ich zu wissen meine, nämlich meine Berufung und Bestimmung.
Der Sinn im Leben liegt für mich in meinen Beziehungen und Tätigkeiten: in dem Geschenk meiner Familie, meiner Angehörigen und Freunde; in dem Geschenk meines sinnvollen Berufes; in der Begegnung mit Menschen; in Tätigkeiten, die mich erfreuen und die mir Kraft geben. Ich könnte auch sagen: Der Sinn in meinem Leben liegt darin, dass Gott mich mit vielen Sinn-Auslösern beschenkt. Deshalb nun die Frage:
II.
Wo und wie finden wir den Sinn des Lebens und Sinn im Leben?
1.
Der amerikanische Glück- und Sinn-Forscher Dacher Keltner hat ein Buch mit dem Titel „Die 8 Wunder des Lebens“ geschrieben.
Keltners Grundthese lautet: Es gibt „8 Wunder des Lebens“, die in uns awe auslösen können. Awe meint Ehrfurcht und Staunen. Awe meint ein tiefes Berührt- und Erfülltwerden. Awe meint, dass ich meinen Sinn des Lebens bzw. meinen Sinn im Leben entdecke.
Diese 8 Wunder des Lebens berühren uns tief, erreichen uns, sprechen mit uns, bringen uns ins Staunen oder ins Entsetzen, sie verändern unser Leben. Sie sind für den Sinn des Lebens und für den Sinn im Leben mitverantwortlich.
Hier die Liste der „8 Wunder des Lebens“:
1. Menschen werden ehrfürchtig, werden tief berührt und angesprochen, wenn sie bei anderen Menschen Mut, Freundlichkeit, Selbstüberwindung, selbstlose Stärke oder den Einsatz für andere sehen.
2. Gemeinschaftserlebnisse, Kollektiverlebnisse: Tanzen. Religiöse Riten. Sportereignisse. Politische Bewegungen.
3. Die Schöpfung. Die Faszination Schöpfung. Bewegung in der Natur. Sport.
4. Die Musik
5. Das visuelle Erleben in der Kunst, in der Architektur
6. Spiritualität, Religion.
7. Geschichten von Leben und Tod. Gänsehautmomente. Tiefe Trauer.
8. Offenbarungen, durch die man plötzlich große Zusammenhänge des Lebens versteht.
Zwei Themenanzeigen, über die wir reden müssten:
(1) Wir können awe nicht machen oder herstellen. Aber wir können uns offenhalten dafür!
Wir dürfen nicht versuchen, dieser Dinge habhaft zu werden, sie zu kontrollieren. Hartmut Rosa hat in seinen Resonanz-Studien gezeigt, dass jeder Versuch, diese Dinge gewaltsam herzustellen, die Resonanz-, Glück- und Sinnerfahrung kaputtmacht.
(2) Alle Geschenke, die uns Gott und das Leben machen, können in unseren Händen zu Götzen werden. Diese Dinge sind gute Helfer, aber schlechte Herren.
2.
Die Anekdote von den 3 Steinklopfern hilf uns auch, den Sinn zu finden.
Kann ich sagen, warum ich tue, was ich tue? Folgende Anekdote macht es anschaulich: Drei Steinklopfer arbeiten nebeneinander. Sie werden gefragt, was sie gerade tun würden.
Der erste antwortet mürrisch: Das siehst du doch. Ich klopfe Steine. Der zweite antwortet: Ich verdiene Geld. Ich habe eine Familie zu ernähren. Das ist nicht zu kritisieren. Das ist so. Der dritte: Ich baue eine Kathedrale. Der Dritte hat etwas, was über ihn hinausweist, was ihn übersteigt, was sein Leben reich macht.
3.
Martin Schleske sagt einmal: „Wir sollten nicht fragen, was der Sinn des Lebens ist, sondern uns lieber fragen, warum – und besser noch: wofür wir dieses Leben lieben. Denn wenn wir das wissen, haben wir womöglich unseren Sinn erkannt“.
C.
Teil 3: Wir schauen in die Bibel: Eine hilfreiche Sinnfindungsgeschichte: Mk 10,17-22
17 Und als er hinausging auf den Weg, lief einer herbei, kniete vor ihm nieder und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe? 18 Aber Jesus sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als der eine Gott. 19 Du kennst die Gebote: »Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis reden; du sollst niemanden berauben; du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.« 20 Er aber sprach zu ihm: Meister, das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf. 21 Und Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eines fehlt dir. Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach! 22 Er aber wurde betrübt über das Wort und ging traurig davon; denn er hatte viele Güter.
I.
Eine Vorbemerkung
Diese biblische Geschichte hat zwei Ebenen, zwei Themen: Die erste Ebene ist die Frage nach dem Sinn des Lebens. Die zweite Ebene die Frage nach der Ewigkeit. Wir sind es gewohnt, dass wir diesen Text auf der zweiten Ebene lesen. Das ist berechtigt und gut.
Aber wir sollten die historische Situation und damit die erste Ebene nicht übersehen. Es gab zurzeit Jesu in Israel keine klare Jenseitsvorstellung. Der Mann spricht nicht von seiner Sehnsucht nach dem Paradies. Er redet von einem erfüllten Leben auf der Erde.
II.
Gehen wir die Geschichte durch!
1.
Der Mann kommt zu Jesus.
Was wissen wir ihm? Es heißt: Er hat viele Güter. Er ist reich. Er hat ein privilegiertes Leben.. Er besitzt viel. Aber er scheint viel zu vermissen. Er fragt: Was soll ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe? Damit fragt er: Was kann ich tun, damit ich ein erfülltes Leben finde?
2.
Er redet Jesus mit „Guter Meister!“ an. Jesus antwortet merkwürdig: Gut ist nur Gott! Was steckt in diesem kurzen Kommentar? Ich sehe darin einen Korrekturversuch Jesu.
Viele Menschen sehen in Jesus einen guten Menschen, einen interessanten Typen. Man ist gerne bereit, einige der Lebensweisheiten Jesu anzunehmen, solange man nicht allzu viel im eigenen Leben ändern muss.
Der Mann wollte das, was viele von Jesus wollen: Man will einen guten Rat. Man will ein schnelles Rezept. Man akzeptiert auch ein paar nicht wehtuende Veränderungen. Aber man will das Leben weiterführen, das die eigenen Fragen und den eigenen Hunger hervorgebracht hat.
Jesus macht da nicht mit. Jesus stellt den Mann vor Gott, weil die Gottesfrage die Frage ist: Welchen Kurs braucht ein erfülltes Leben? Welche Fundamente hat ein gelingendes Leben? Von welchem Schatz lebe und zehre ich?
Diese großen Frage-Sätze kann man herunterbrechen:
(1) Weiß ich, was ich von Gott möchte, aber auch, was Gott von mir will?
(2) Bin ich offen für Gott? Kann er mich beschenken?
(3) Weiß ich, was Gott kann, ich aber nicht, und weiß ich, was ich kann und soll?
3.
Wir sagten im Teil 1 und 2 der Predigt: Sinn könne man nicht machen. Sinn komme auf uns zu. Wir würden ihn entdecken.
Wenn das so ist – und ich bin überzeugt, dass es stimmt – stellt sich die Frage, warum Jesus dem Mann empfiehlt: Praktiziere die Gebote!
Soll der Mann sich überlegen, warum und wozu er die Gebote hält? Ob es ihm dabei um sich oder um Gott oder um seine Mitmenschen geht? Wahrscheinlich auch.
Ich sehe den Grund dafür, dass Jesus auf die Gebote zu sprechen kommt, mit vielen Auslegern der Geschichte in folgenden zusammenhängenden Wahrheiten des Lebens:
Jesus geht es um die Lebensfundamente des Mannes. Deshalb spricht Jesus eine der großen biblischen Basics-Aussagen an: In der Befolgung der Gebote liegt nicht das erfüllte Leben. Aber ein gelingendes und gutes Leben gibt es nicht an den Geboten Gottes vorbei. Sie sind nicht das Herz, aber das Skelett eines funktionierenden Lebens. Sie sind keine Leiter in das sinnerfüllte Leben, aber ein Zaun, der uns und andere bewahrt, in Abgründe, Abhängigkeiten und Beziehungsnöte zu rennen.
Jesus spricht hier eine Wahrheit des Lebens an: Ein erfülltes Leben gibt es nicht auf dem Weg, dass ich immer tun und leben kann, was ich will und was ich mir vorstelle und wünsche. Ein erfülltes und sinnvolles Leben gibt es nur auf dem Weg, den guten Willen des Schöpfers bzw. das Gute zu praktizieren.
4.
Der Mann scheint mit dieser Antwort unzufrieden sein. Er ist von Jesus enttäuscht. Er gibt die Empfehlung an Jesus zurück: Das habe ich doch von Jugend auf gemacht. Erzähl mir bitte etwas anderes, etwas Neues!
Wenn mir jemand erzählte, er halte die Gebote, würde ich skeptisch reagieren. Ich würde fragen: Wirklich? Jesus reagiert anders. Es heißt: Jesus gewann ihn lieb. Jesus reagiert auf diesen Mann nicht skeptisch, nicht spöttisch, nicht sauer. Er reagiert auf diesen reichen und doch innerlich verarmten Mann mit Liebe. Das gibt mir Hoffnung für mich und andere, die mit einem Problem bei Jesus auftauchen.
5.
Jesus spricht aus Liebe den wunden Punkt des Mannes an. Jesus mutet dem Mann also aus Liebe eine Ungeheuerlichkeit zu: Geh hin und verkaufe alles, was du hast und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben. Folge mir nach! So wirst du einen Schatz im Himmel haben!
(1)
Der Mann soll seine Güter verkaufen, verschenken, wegspenden. Er soll mit seinem Geld lieben. Er soll Menschen helfen. Daran scheitert er. Das ist zu viel verlangt.
Jesus weiß um das Problem des Mannes. Er klebt fest. Nicht wie Pumuckl an der Leimdose des Meister Eders, sondern an seinen Gütern, am Geld. Seine Güter geben ihm Sicherheit. Seine Güter geben ihm das Gefühl, etwas in der Hand zu haben, ja alles im Griff zu haben. Ein Philosoph hat das mal unsere Greifbarkeitsbedürfnisse genannt.
Jesus weiß, das Geld und Besitz ein zu kleiner Schatz sind. Geld und Besitz können uns ein gutes Leben geben, aber kein erfülltes. Der Besitz materieller Güter taugt nicht als Sinn des Lebens.
Und Jesus weiß, dass dieses Kleben am Geld den Mann an der Nachfolge hindert. Jesus weiß, dass wir Menschen oft an irgendetwas (Ehre, Ansehen, Ideologie, bequemes Leben…) kleben und hängen, das uns hindert, im Glauben ernstzumachen bzw. fröhlich durchzustarten.
(2)
Wir merken uns: Geld ist ein zu kleiner Schatz. Natürlich ist Geld nützlich. Aber es kann uns kein sinnerfülltes Leben geben.
Und wir halten fest: Es kann sein, dass wir etwas loslassen müssen, wenn wir den Sinn des Lebens und den Sinn im Leben finden wollen.
(3)
Es heißt in der Geschichte: Er ging traurig weg. Er war nicht frei für das, was Jesus ihm schenken wollte. Er war nicht offen für den Schatz im Himmel. Sein materieller Besitz war ihm im Weg, war das Hindernis. Er wollte und konnte sein Reichsein nicht aufgeben.
(4)
Jesus sagt uns heute Morgen das, was er dem Mann gesagt: Folge mir nach! So wirst du einen Schatz im Himmel haben!
a.
Was ist der Sinn des Lebens? Der große Schatz im Himmel. Das Reich Gottes. Jesus selbst. Seine Gegenwart. Seine Nähe. Sein Reden. Seine Treue. Seine Liebe. Seine Wahrheit. Seine Zukunft. Die Zukunft der Welt. Unsere persönliche Zukunft. Unser Leben mit ihm und für ihn.
Erfülltes Leben gibt in der Nachfolge Jesu, im Leben mit ihm, in der Gemeinschaft mit Jesus, in dem lebenslangen Prozess, in dem wir mit Jesus mitgehen, auf ihn hören, mit ihm reden, ihn begleiten bei seinen Projekten, uns von ihm beauftragen und herausfordern lassen.
b.
Was ist der Sinn im Leben? Dass dieser immaterielle Schatz so groß ist, dass er für unser normales Leben Zins und Zinseszins abwirft. Was sind die Zinsen und die Ausschüttungen, die ein Leben mit Jesus ergibt? Nicht immer ein leichtes Leben! Nicht die Erfüllung aller unserer Wünsche! Aber ein Leben mit Sinn und Tiefe: Die Awe-Erfahrungen, die er schenkt, die uns berühren und erfüllen. Antworten auf unsere Bedürfnisse nach Identität, Orientierung, Gewissheit, Freiheit und Geborgenheit.

